Selbsthilfegruppe Morbus Sudeck Meißen
 

Empfehlungen für die Behandlung

Da die Ursachen für die Entstehung von Morbus Sudeck bisher noch nicht hinreichend geklärt sind, stimmen die Auffassungen und Empfehlungen zur Behandlung der Krankheit nicht überein, d.h. die Behandlung wird unterschiedlich durchgeführt. Entsprechend verschieden sind die Behandlungserfolge und die Ergebnisse der Rehabilitation.
Folgende Behandlungsschwerpunkte werden entsprechend den beschriebenen Beschwerden in den 3 Krankheitsstadien heute noch vorwiegend empfohlen:
 
Im Stadium I steht die Schmerzbehandlung im Vordergrund. Sie erfolgt mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden, abschwellenden und beruhigenden Medikamenten. In schweren Fällen wird die Schmerzempfindung durch eine Nervenblockade ausgeschaltet (z.B. Stellatumblockade bei einer kranken Hand).
Wiederholt wird empfohlen den betoffenen Körperbereich ruhigzustellen und hochzulagern. Parallel dazu werden in der Physiotherapie schonende Bewegungsübungen, Lymphdrainage und Wasseranwendungen wie temperaturansteigende oder auch -absteigende Bäder durchgeführt.
 
Im Stadium II werden zunehmend Physiotherapie und Ergotherapie eingesetzt. Neben passiven Bewegungen werden verstärkt aktive Übungen und Funktionstraining einbezogen. Daneben werden Entspannungsübungen und Massagen empfohlen und beruhigende Medikamente eingesetzt.
 
Im Stadium III werden entsprechend den verbliebenen Möglichkeiten aktive Dehn- und Bewegungsübungen angewendet.
 
Gute Erfahrungen haben die Mitglieder der Selbsthilfegruppe mit einem speziellen Krafttraining an einem Hand- und Fingerdynamometer (Weber-Dynamometer) gesammelt, bei dem die kranken Gelenke quasi unbewegt bleiben. Dieses Training hat schmerzmindernde und abschwellende Wirkung und die geringe Handschließkraft, die zu Beginn der Behandlung gemessen wurde, konnte rasch gesteigert werden. Für jeden Patienten wird ein individuelles Trainingsprogramm entsprechend seiner Krankheitssituation erarbeitet, das mit exakter Kraftmessung rechnergestützt absolviert wird.
Neben diesem Training wurden keine zusätzlichen Behandlungen angewendet. Je früher mit dem Training begonnen wird, umso größer ist die Aussicht auf Heilung, insbesondere im Stadium I.
Auch wenn das Training im Stadium II oder am Anfang des Stadiums III beginnt, können Restbeschwerden minimiert werden.
Diese sensomotorische Trainingsbehandlung hat sich als effektive Rehabilitationsmethode in allen drei Stadien des Morbus Sudeck erwiesen.